[ENC]BladeXP's Blog

Was die Welt nicht alles braucht!

Einträge in der Kategorie „Hardware”

Lucid auf einem Asus EEE EB1012

geschrieben von encbladexp am 11.06.2010 13:36:00.

Mittlerweile fragen immer mehr meiner Kunden nach "Mini-PCs", also diesen EEE Boxen von Asus & Co.

Da auch immer mehr Kunden nach einem zweiten Betriebssystem fragen installiere ich hier gerne Ubuntu. Bisher war das Hardy Heron (außer die Hardware wollte damit nicht laufen), doch jetzt kommt Lucid Lynx auf die Kisten. Die Installation läuft sehr unspektakulär von sich, (ich verwende Alternate als Installationquelle da ich schon seit Jahren fast jedes System via PXE Installiere) und auch ein Dualboot mit dem vorinstallierten Windows 7 macht (wie zu erwarten) keine Probleme.

Das einzige was nachinstalliert werden muss, ist der nVidia Treiber, damit man auch die Grafikkarte und den HDMI Ausgang richtig verwenden kann.

Das System war übrigens in weiß, ob es auch auf einer schwarzen EEE Box funktioniert konnte ich mangels Hardware leider nicht testen ;-)

Netzwerkfähig

geschrieben von encbladexp am 20.04.2010 17:15:00.

Ist euch auch schon aufgefallen das viele Geräte heute Netzwerkfähig sind?

Auf den ersten Blick freut man sich oft, aber ich habe hier viele Geräte in der Firma für die man den Hersteller vierteilen sollte! Das wären z.B.:

  • USV Anlagen die kein richtiges SNMP können
  • Lautsprecheranlagen die sich nur aus dem aktuellen Subnetz bedienen lassen
  • Programme die nur unter dem Benutzer laufen der diese auch Installiert hat

Ich denke es gibt noch einige andere Sachen auf die man gerne reinfallen kann. Beim Kauf einer 200.000€ ELA Anlage denkt man wohl nicht daran das die Implementierung der Netzwerkfähigkeit jeden Fachinformatiker zum weinen bringen würde.

Daher gilt auch hier ein guter alter Spruch: Darum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet!

Motorola Milestone

geschrieben von encbladexp am 27.01.2010 16:22:00.

Ich hab mir mal wieder (wie fast jedes Jahr) ein neues Handy gegönnt. Diesmal wollte ich unbedingt ein Handy mit einer ordentlichen Plattform die es auch in Zukunft noch geben wird, mein gutes altes PalmOS (Treo 680) ist ja leider eher auf den absteigenden Ast.

Für WebOS gibt es für meinen Geschmack noch nicht genug Applikationen, auch mag ich lieber ein Handy das eine Querformat-QWERTZ-Tastatur hat, die vom Palm Pre ist mit definitiv zu fummelig. Auch ist dort der Bildschirm etwas arg klein für meinen Geschmack (wenn schon, dann richtig).

Da ich Maemo als Plattform nicht wirklich viel zutraue, und mir ein iPhone auf keinen Fall ins Haus kommt blieb ja nur noch Android übrig. Auch wenn ich zugeben muss das Multitasking bei WebOS absolut perfekt gelöst wurde.

Hardware

Ich verzichte hier einfach mal auf die obligatorischen Bilder, davon gibt es schon mehr als genug im Internet.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang von meinem Milestone (gekauft beim O2 Shop in Bayreuth):

  • Milestone
  • Akku
  • Kopfhörer (3.5mm Klinke)
  • Ladegerät (mit einem verdammt kurzen Kabel)
  • Homestation (Dockingstation fürs Handy)
  • Anleitung, Garantiehinweis, Verpackungsmaterial, ...

Verarbeitung

Die Hardware fühlt sich verdammt gut an, da klappert nichts und auch der Slider macht einen sehr soliden Eindruck. Das Einzige was den Gesamteindruck der Hardware etwas stört ist der doch etwas wackelige Akkudeckel. Ich glaube nicht das dieser besonders gut hält wenn er so einfach auf und ab geht.

Die in manchen Tests kritisieren Touchbuttons an der Unterseite vom Display finde ich klasse, besser wie so ein fummeliges Wabbelteil mancher Billighandies.

Die Tastatur vom Gerät macht einen sehr guten Eindruck, man muss aber Bedenken das es eine Folientastatur ist und diese natürlich nicht mit dem (sehr gutem) Keyboard von einem N900 vergleichbar ist. Dennoch ist das schreiben darauf wesentlich angenehmer wie auf einer Software Tastatur (so was gehört eh verboten), der Druckpunkt ist ganz ok und es klappert nichts. Einen neuen Harry Potter möchte ich damit allerdings nicht unbedingt verfassen.

Das Design könnte man wohl als zeitlos bezeichnen, es ist ein einfaches schwarzes Handy das sehr kantig wirkt. Es sieht auf den ersten Blick aber wesentlich größer aus, als es tatsächlich ist!

Technische Daten

Die Technischen Daten sprechen für sich, das Milestone ist das (aktuell) schnellste Android Handy welches man kaufen kann (das Nexus One gibt es in Europa ja noch nicht). WLAN,Bluetooth,HSPA,Kamera & Co gehören bei dieser Preisklasse (~450€) natürlich dazu und müssen nicht besonders erwähnt werden. Der Akku hat eine Leistung von 1400 mAh, was für ein Handy recht viel ist.

Der Empfang vom WLAN ist durch die Bank gut, vergleichbar mit einem Notebook. Andere Handies (div. Nokias) hatten eher schlechten WLAN Empfang in den Gebäuden wo ich mich oft aufhalte. Das WLAN hat aber "nur" 802.11g, was aber für ein Handy mehr als ausreichend ist.

Das mit Abstand Beste vom Milestone ist aber sein Display, mit 854x480 Pixel Auflösung bei 3.7" und einer Leuchtkraft die an manchen Tagen die Sonne alt aussehen lässt, kann sich der Milestone auch bei gutem Wetter noch von seiner Schokoladenseite zeigen. Gleichzeitig ist das Display aber auch der größte Energiefresser an dem Gerät (welch ein Wunder), in meinen Tests hat es laut dem Android-Onboard-Schätzeisen ca. 35% der Energie verbraucht.

Der Akku ist für ein Gerät dieser Klasse auch OK, er hält wenn man normal damit arbeitet locker einen Tag durch. Dabei definiere ich Folgendes als normal:

  • Google Sync aktiviert
  • GTalk aktiviert
  • GPS deaktiviert, das muss nun wirklich nicht laufend aktiv sein
  • WLAN wenn möglich, aber sonst aus (d.h. bei mir ~5h am Tag aktiv)
  • Push Mail via GMail aktiviert, ich verwende aber GMail eh nur als Mobilmail ;-)
  • ~1h Telefonie
  • ~1h Spielerei (ShootGunn,AK47,2-Spieler-Reaktor,usw...)
  • ~1h Surfen (Internet, you know?)

Die Kamera habe ich selbst nicht getestet, das liegt daran, dass ich ein Handy nie als Kamera verwende. Die Einzige sinnvolle Anwendung, die ich für eine Kamera im Handy finden kann, ist z.B. ein Barcode Scanner (z.B. für Shop Savy).

Software

Das Milestone hat das Neueste vom Neuesten aus der Android Welt: Android 2.0

Für mich als Android Neuling sieht es auf den ersten Blick natürlich genauso aus wie jedes andere Android Handy das ich bisher mal in der Hand halten durfte (G1,Galaxy,...). Viele Neuerungen sind erstmal unter der Haube, vor allem der Multitouch Support ist natürlich prima.

Leider wird genau dieser aber noch nicht von jeder App (z.b. Google Maps) verwendet. Der Android Browser ist die einzige Anwendung die davon aktuell gebraucht macht. AFAIR hat aber auch die amerikanische Version vom Milestone (Droid) kein Multitouch wegen irgendwelcher Patentprobleme, die mich jetzt aber auch irgendwie nicht wirklich interessieren wollen ;-)

Die komplette Software läuft sehr schnell, man muss selten länger als 1-2 Sekunden warten. Die Standardprogramme welche vorinstalliert sind tun alle ihren Dienst. Das Einzige was etwas unschön ist wäre Motonav, das mag mir als TomTom User einfach nicht gefallen. Da ich mein Milestone eh nicht als Navi verwenden will, werde ich es aber wohl einfach nicht benutzen.

Motonav lässt sich, zumindest ohne rumfummeln, nicht vom Milestone löschen. Das finde ich sehr ärgerlich, erinnert es mich doch an Medion PCs bei denen man auch erstmal 200 Programme deinstallieren darf damit man wieder das Wallpaper sieht.

Erster Start

Beim ersten Start gibt es gleich mal eine richtig schöne Einsteigerfalle: Datum und Uhrzeit vom Gerät passen natürlich nicht, so dass man sich nicht beim Google Konto anmelden kann. Man kann dies einfach überspringen und nach dem Aktualisieren von Datum und Uhrzeit nachholen, dann klappt es auch mit dem Login der Google Services.

Abgesehen vom (optionalen) Google Login fragt Android beim ersten Start nichts ab, was man nicht auch von anderen Handies schon kennt. Es ist dabei egal, ob der erste Start mit WLAN oder EDGE/UMTS/HSPA erfolgt. Beim Palm Pre war es ja wichtig das man den ersten Start an einem Ort macht wo auch das jeweilige Handynetz funktioniert (Hinweis am Rande: Da wo ich wohne geht nicht mal D1, von E+ & Co kann man sowieso nur träumen).

Google Contacts (Kontakte)

Hierzu muss man eigentlich nicht viel sagen, man kann alles machen, was man in einer Kontaktverwaltung halt so machen können sollte. Was schön ist, ist dass z.B. Adresse einen Button habe, der einen direkt zu Google Maps (oder einem anderen Kartendienst) führt. Das Einzige was mich störte war, dass man bei Google Online nur ein Feld Name hat, im Android gerät wird daraus automatisch Vorname Name gemacht, was natürlich für meine Zwecke falsch ist. Beispiel:

  • Google (Onlinedienst): Betz Stefan
  • Android Vorname: Betz
  • Android Nachname: Stefan
Das ist natürlich komplett falsch. Leider kann man dieses Verhalten auch nicht abstellen, auch ist es nicht vorgesehen das man statt nach dem Vornamen auch nach dem Nachnamen sortieren kann. Das finde ich sehr ärgerlich (mein altes Nokia konnte das).

Google Calendar (Kalender)

Hier das für mich (nach Kontakten) Wichtigste: Der Kalender!

Häufiges Problem ist, dass der Abgleich nicht immer ohne Probleme funktioniert. Das musste ich leider auch beim Milestone feststellen, denn ab und an war ein Termin, der auf dem Handy nur einfach angezeigt wurde, im Webinterface von Google 3 oder 4 mal drin (wobei wirklich alle Daten gleich waren). Vielleicht bin ich auch einfach nur Palm verwöhnt, mein gutes altes jPilot hat das immer sehr gut hin bekommen.

Von PalmOS war ich es auch gewöhnt Kategorien zu haben, dieses Konzept kennen die Google Dienste so leider (noch) nicht. Aber man kann sich behelfen, indem man einfach zusätzliche Kalender (im Webinterface) anlegt, das Milestone holt sich diese automatisch ab. Auch kann man für jeden Kalender der dem Milestone bekannt ist auch Termine anlegen usw...

Bisher noch nicht getestet habe ich die Kalenderfreigabe, das wäre sehr praktisch, da so meine Freundin z.B. sehen könnte wann bei mir schon geblockt ist.

Google Mail

Zu jedem Android Gerät (also auch zum Milestone) gehört natürlich auch der für viele wichtigste Google Dienst: Google Mail.

Ich verwende Google Mail nur als mobiles Mailkonto, da diese Adresse kaum jemand hat und ich schon aus Prinzip nicht meine ganzen Mails bei Google haben möchte. Der Abgleich mit Google funktioniert natürlich auch hier vorbildlich, was bei einem Dienst aus dem eigenen Haus nicht wirklich wundert.

Das Einzige was bei mir Probleme machte war das Versenden von Mails wenn man schlechten Empfang hat (Stahlbeton machts möglich), sobald der Empfang wieder besser ist klappt das aber auf Anhieb!

Noch erwähnen möchte ich das Google Mail mit diesem Client auch prima Push Mail bietet (IMAP IDLE) womit man hier einen Prima SMS/MMS Ersatz geschaffen hat.

E-Mail

Dieses Programm macht auf den ersten Blick einen recht guten Eindruck, hat mich dann aber doch enttäuscht. Es stürzte bei mir relativ häufig ab und war nicht in der Lage über einen CRAM-MD5 Login gesicherten Server Mails zu verschicken. Auch das Importieren von X509 Zertifikaten (CACert in meinem Fall) war mir nicht möglich. Das ist sehr schade, da ich schon erwartet hätte, dass Google CACert unterstützt.

Wenn es mal funktionierte war die Usability eigentlich sehr brauchbar. Einzig dass man alle Konten in einer Ansicht hat, finde ich etwas ungewohnt. Auch ein Support für Push Mail fehlt dem Programm, was sehr schade ist da mein Mailserver IMAP IDLE ja unterstützt. Ich vermute aber, dass E-Mail aus Absicht kein IMAP IDLE unterstützt, so dass nur die GMail-Anwendung mit Push Mail bedient (und damit bevorzugt) wird.

Ich denke das viele dieser Probleme, vor allem aber die Abstürze und das Problem mit den Zertifikaten in naher Zukunft gelöst werden, bis dahin werde ich wohl auf meinen stefan-betz.net Account erstmal auf dem Handy verzichten müssen.

Browser

Genau so habe ich mir mobiles Browsing vorgestellt, das Laden der Seiten geht schnell und ohne große Bedenkzeit. Schade das ich keinen Adblock dafür finden konnte, aber wenn es "demnächst" Fennec für Android gibt, sollte sich das Problem von alleine lösen.

Da ich für meine Passwörter gerne Password Hasher verwende habe ich mir gleich die Hash It! App installiert, diese erzeugt auf genau die gleiche Art und Weise Passwörter wie die bekannte Firefox Erweiterung.

Google Maps

Ein weiter wichtiger Google Dienst ist auch auf dem Milestone mit von der Partie: Google Maps.

Hier gibt es eigentlich wenig zu sagen, es funktioniert genau so, wie man es erwartet. Das Einzige was ich doch vermisst habe war Multitouch, das Vergrößern und Verkleinern mit den +/- Buttons nervt einfach nur und ist nicht gerade genau.

Dafür hat Google Maps eine sehr gute Latitude-Integration und ist ziemlich schnell was das Erfassen meiner Position (sowohl mit als auch ohne GPS) angeht. Die meisten Navigationssysteme die ich kenne benötigen hierfür wesentlich mehr Zeit.

Android Market

Apple nennt es AppStore, Google sagt einfach Android Market dazu.

Der Market ist bis auf ein paar Kleinigkeiten (Sortierfunktionen?) ganz brauchbar. Damit man auch in den Genuss kostenpflichtiger Downloads (Apps) kommen kann, benötigt man allerdings einen Account auf Checkout. Ich selbst habe mir gleich so einen besorgt, da es doch viele gute Spiele, oft für einen kleinen Beitrag (1-3$), in einer Version gibt, die deutlich mehr Funktionen hat.

Die Downloads aus dem Market haben bei mir ohne Probleme funktioniert, das Bewertungssystem scheint seine Funktion gut zu erfüllen, so dass es auch für einen Android-Neuling ersichtlich ist was eine App taugt und was nicht. Schade ist das es bei den Bewertungen einen Deutsch/Englisch Gemisch gibt, was aber wohl die wenigsten wirklich stören dürfte.

Fazit

So, nun habt ihr es endlich Geschafft. Hier am Schluss für alle (die vielleicht auch nicht alles gelesen haben) nochmal eine kurze Zusammenfassung.

Positiv finde ich, dass Android ein sehr schnelles und stabiles Betriebssystem für Handies (oder Smartphones, wie auch immer) ist. Alles was man von Android erwartet, funktioniert auch ohne Probleme. Das Milestone selbst ist ein Gerät mit guter Verarbeitung und einem Akku, der vielleicht einen Tick mehr Power vertragen könnte. Die Erweiterbarkeit durch den Android Market ist sehr gut, so dass man das Gerät ohne Probleme auch mehrere Jahre einsetzen können sollte. Dies spielt für mich natürlich weniger eine Rolle ;-)

Negativ finde ich aber, dass wirklich für jeden Mist wo Android bietet, ein Google Account mehr als nur sinnvoll ist. Viele Dienste (Market, Mail, Kalender, Kontakte, ...) machen ohne die (wirklich sehr gute!!!) Integration in die Google Dienste einfach keinen Sinn. Was Google noch verbessern muss sind Sachen, die auf Fremddienste (vor allem der Mailclient!) zugreifen können. Hier könnten die Entwickler ruhig etwas mehr Mühe rein stecken. An dem Gerät selbst gibt es nichts zu meckern, die Verarbeitung und das Handling ist Top!

Ich hoffe dieser Test hat euch genug Details über das Milestone (und damit auch Android 2.0) geliefert.

Downsizing, Upsizing oder doch was richtiges?

geschrieben von encbladexp am 21.12.2009 20:52:00.

Seit ich meinen SheevaPlug habe, hat mich wieder der alte Spieltrieb gepackt: Welche Linux-Distribution bekommt man auf welcher Hardware ans laufen.

Downsizing

So nennt sich das wenn man versucht eine große Distribution (Ubuntu, Fedora, Debian, $INSERTYOURLINUXHERE, ...) auf ein eigentlich viel zu kleines und leistungsschwaches Gerät zu installieren. Meine Meinung nach ist sowas nicht unbedingt praktisch, und auch nicht gerade das was man sich täglich antun möchte.

Wer schon mal auf einem Pentium III mit 500 MHz und 128MB RAM mit Ubuntu "gesurft" hat, der weis was ich meine!

Upsizing

Auf der anderen Seite gibt es natürlich noch so viele Mini Linux Distributionen (Toms Root Boot Disk, HAL91, ...) welche doch Ideal für so ein kleines Gerät sein müssten. Doch auch hier ist man falsch, die meisten Mini Linux Distributionen gibt es nur für die i386 Architektur, eine Version für ARM oder noch exotischere Prozessoren wird man kaum finden (oder zumindest keinen Support dafür bekommen).

Der Aufwand eines dieser Minimalsysteme an seine (in der Regel) höheren Anforderungen anzupassen ist nicht gerade gering da oft z.B. der Kernel und viele Basistools ausgetauscht (oder erstmal hinzugefügt) werden müssen.

Viele Stunden rumbasteln nur damit man dem Nachbarn zeigen kann was für ein Toller Hecht man doch ist, naja... ich habe da andere Hobbies ;-)

Doch was richtiges?

Und jetzt kommen wir zu dem (IMHO) richtigen Weg: Man nimmt etwas, das genau für solche Geräte ausgelegt ist. Das allgegenwärtige ist natürlich Linux From Scratch, welches wenn man genug Erfahrung hat wirklich überall laufen sollte. Aber sind wir doch ehrlich: Wir nutzen Computer weil wir verdammt faul sind, nur die wenigsten von uns werfen einen Compiler an ohne zu wissen das es (mit großer Wahrscheinlichkeit) funktionieren wird.

Ich habe mich daher nach einiger Zeit für OpenWRT als Distribution für meinen SheevaPlug entschieden. OpenWRT erfüllt alle meine Anforderungen:

  • Klein, mein aktuelles System (inkl. OpenVPN,iptables,sshd,rsync) ist weniger als 20 Megabyte groß
  • Schnell, der Plug benötigt damit ~20 Sekunden zum booten
  • Funktional, einfach das .tgz + uImage auf eine SD Card entpacken und Spaß haben
  • Erweiterbar, für alles wichtige gibt es Pakete (zum selber bauen)
  • Einfach, make menuconfig und auswählen was man will bekommt (fast) jeder hin

Fazit

Es bringt nichts (außer das die Zeit vorbei geht) wenn man krampfhaft versucht sein Linux das man immer und überall hat auf jedes noch so kleine (oder große) Gerät anzupassen. Natürlich war OpenWRT nur ein Beispiel, ggf. hat sogar schon T2 ein Target für Kirkwood (die Plattform vom SheevaPlug heist so).

SheevaPlug: Kurztest

geschrieben von encbladexp am 07.12.2009 20:59:00.

Endlich ist er da, mein SheevaPlug! Nachfolgenden möchte ich einen kleinen Überblick über mein neues Gadget geben, ich hoffe es wird hierzu in Zukunft noch öfters mal den ein oder anderen Artikel geben!

Verpackung

Die Verpackung macht einen durchweg guten Eindruck. Klar, bei so einem kleinen Gerät ist nicht viel Verpackung dran: Da werden sich unsere Greenpeace Jungs also mal freuen!

Hardware

Dies Hardware misst gerade mal 11 x 7 x 5 Zentimeter, das wäre daher mein bis dato kleinster Rechenknecht der mehr kann als ein Taschenrechner. Folgendes liegt in der Packung als Zubehör:

  • SheevaPlug
  • Dokumentations-CD (sind auch Flashimages drauf wenn man was kaputtgemacht hat!)
  • Mini-USB Kabel
  • 2 Meter Ethernet Kabel
  • EU-Steckeraufsatz
  • EU-Anschlusskabel (wer es einfach so wohin legen will)
Nachteilig ist das die SD Karte ca. 1,5 cm aus dem Gehäuse ragt, eine Mechanik wie z.b. bei einer Digitalkamera (Drücken damit sie rausgeht) wäre sinnvoller gewesen, den so kann es schon passieren das man versehentlich die ein oder andere SD(HC) Card unfreiwillig opfert. Wenn man nicht das EU-Anschlusskabel verwenden sondern lieber den Steckeraufsatz so ist das Gerät 4 cm Tiefer (wobei dieser Teil dann natürlich in der Steckdose wäre).

Auch hierzu habe ich mal ein paar Bilder gemacht:

Software

Auf dem SheevaPlug läuft standardmäßig die ARM Variante von Ubuntu Jaunty Jackalope (Beta), welche meiner Meinung nach eher schlecht als recht installiert ist. Zum einen hat man bei jedem Bootvorgang Fehlermeldungen und auf der anderen Seite ist es natürlich keine LTS Variante!

Da es sich um Standard-ARM Hardware handelt kann man auch Debian oder eine andere Linux Distribution installieren. Man sollte nur beachten einen Kernel mit Version 2.6.30 oder höher zu verwenden!

Ich hab das lieblose Ubuntu welches auf dem Gerät ist (wirft viele Fehler beim booten, kein Support für Kernelmodule) gleich durch ein Debian ersetzt, dazu wird es hier aber demnächst noch einen Artikel geben.

Performance

Hier noch ein kleiner Überblick über die Leistungsfähigkeit der Hardware, natürlich wie immer mit dem eingebauten Benchmark von 7-zip: Die CPU hat also die Leistungsfähigkeit von ca. 2 Flepos, welcher aber auch nur einen 500 MHz AMD Geode hat. Klar sind die Werte kein Vergleich zu einem Intel Core 2 Duo, weshalb ich hier auf einen Vergleich verzichte.

Fazit

Der SheevaPlug ist ein schönes Stück Hardware zu einem sehr angenehmen preis (~100€), durch die gute Hardware kann man es locker als Nachfolger vom NSLU2 sehen. Der Stromverbrauch von weniger als 5 Watt unter Volllast (ohne USB Devices) ist auch mehr als OK.

Auf viele weitere Details (z.B. auch der Zugriff über die miniUSB Schnittstelle) werde ich demnächst noch eingehen.

SheevaPlug bestellt!

geschrieben von encbladexp am 26.11.2009 19:53:00.

Nach langem überlegen habe ich mir heute gleich 2 SheevaPlugs bestellt. Diese sollten dann wohl innerhalb der nächsten 2-3 Wochen bei mir ankommen.

Bestellt habe ich diese in Großbritannien, da der einzige deutsche Reseller den ich ergoogelt habe für einen einzigen Plug 230€ haben will. Daher habe ich diese bei newit.co.uk für deutlich weniger bestellt.

Ständige Reboots mit einer Mobotix M12-DevKit

geschrieben von encbladexp am 20.11.2009 16:35:00.

In meiner Firma verwenden wir mehrere Mobotix M12-DevKits. Das ist eine spezielle Variante einer normalen M12 Kamera welche man für eigene Lösungen verwenden kann.

Zumindest in der Version 3.4.2.16 lief diese mit einem SW-Sensor noch einwandfrei. Wir haben 2 neue Kameras (gleicher Typ, andere Software-Release) bekommen mit der Software 3.4.5.10 und 3.4.5.18 welche nach ca. einer Stunde immer wieder neu Starten.

Das ganze konnte mit mehreren Konfigurationsdateien und den Werkseinstellungen verifiziert werden. Was aber halt (ein Tip von einem freundlichen Mototix Mitarbeiter): In der Bildsensorkonfiguration den SW-Sensor mal auf Farbsensor zu konfigurieren! Seitdem läuft unsere Kamera durch, ohne einen einzigen Reboot.

Im Eventlog findet man bei diesem Fehler nur div. Rote Meldungen das es Fehler mit dem Bildprozess gab (Fehlercode #51) und dieser neu gestartet werden muss. Auch war, wenn man den Fehler hatte öfters mal das Bild weg (4-5 Sekunden).

Ein Softwareupgrade seitens Mobotix steht noch aus, ich gehe aber davon aus das dies noch im Dezember erscheinen wird. Mit dem Workaround von oben (bei welchem ich keine Nachteile Feststellen konnte) kann die Kamera aber wie gewohnt genutzt werden.

Patton SmartNode 4552

geschrieben von encbladexp am 30.09.2009 08:25:00.

Durch den schnellen Tod meiner ISDN Karte (AVM B2 Version 4.0 PCI) habe ich eine andere Lösung gesucht meinen Asterisk Server am ISDN Basisanschluss der Telekom anzuschließen.

ISDN Karten gibt es wie Sand am Meer, doch hat mir meine B2 prima gezeigt was passiert wenn eine kaputte Karte mal den ganzen Server lahmlegt. Daher wollte ich auf eine Lösung verzichten die im Server steckt. Folglich kam also nur ein Media-Gateway in Frage!

Nach einiger Recherche stoß ich immer und immer wieder auf die Firma Patton, welche Quer übers Internet gute Rezessionen erhielt.

Meine Entscheidung fiel auf das Patton SmartNod 4552, da dieses sowohl einen internen als auch einen externen S0-Bus hat. Mit ~250€ ist es sogar günstiger wie manche ISDN Karte.

Die Konfiguration ist sehr flexibel, auch gibt es Telnet und SSH Zugang. Was man aber definitiv kritisieren muss ist die in einigen Fällen komplexe Konfiguration, den gerade wenn man das Teil von Grund auf Konfigurieren will (d.h. die Basiskonfiguration löscht man erstmal) ist man damit als Patton-Neuling doch etwas beschäftigt. Nachdem man das Grundkonzept verstanden hat erweist sich die Konfiguration aber als sehr flexibel, einem ISDN & VoIP Neuling wünsche ich aber verdammt viel Glück bei der Konfiguration ;-)

Sony DCR-HC51E und Ubuntu

geschrieben von encbladexp am 25.08.2009 19:29:00.

Durch einen Zufall konnte ich heute endlich mal FireWire ausprobieren. Dies liegt daran das ein Arbeitskollege von mir eine Sony DCR-HC51E auf seiner Hochzeit dabei hatte. Leider wusste niemand so genau wie man da Videos runter bekommt :-(

Glücklicherweise verfügt die Kamera über einen Firewire Anschluss so das man mit Kino auch unter Linux ohne große Probleme die Videos von der Kamera bekommt.

Vorbereitung

Firewire

Vorbereiten muss man nicht viel, es genügt wenn die Kernelmodule raw1394 und dv1394 geladen sind:

sudo modprobe raw1394
sudo modprobe dv1394

Software

Als Software ist Kino sehr gut, bei der Fehlersuche ("Steckt die Kamera richtig?") ist gscanbus von Vorteil da man die Bustopologie damit sehen kann:

sudo aptitude install kino gscanbus

Action!

Das einzige was man jetzt noch beachten muss ist, das Kino ja Lese und Schreibrechte auf /dev/raw1394 benötigt. Immer wieder gibt es Anleitungen wie "Nimm einfach den Benutzer in die Gruppe disk mit auf."... Bitte, macht sowas nicht! Den nicht nur /dev/raw1394 hat als Gruppe disk, sondern vor allem auch Datenträger (Festplatten), wodurch es ermöglich wird das man ohne weitere Hürden direkt die Festplatte manipulieren kann, da man ja Schreibrechte direkt auf den Datenträger hat (vorbei am Dateisystem).

Es ist, zumindest wenn man Kino nicht oft braucht viel sinnvoller Kino Temporär als root (mit sudo) laufen zu lassen. Zwar hat Kino dadurch mehr Rechte, und könnte diese durch eine Sicherheitslücke in Kino missbrauchen, aber man öffnet nicht einem User (und somit vielen anderen Sicherheitslücken) die ganzen Datenträger.

Die Sicherheitstechnisch sinnvollste Lösung wäre eine Anpassung der udev Regeln, dies aber auch nur auf den ersten Blick. Den über das IEEE1394 Subsystem ist eh Zugriff auf das restliche System möglich.

Meiner Meinung nach sollte man daher Kino wirklich "einfach" als root (mit sudo) laufen lassen, was sicherlich einigen Administratoren nicht gefallen wird:

sudo kino

Die Videodateien, auch die Exportierten Videos, gehören so aber leider dem Benutzer root. Um das zu ändern kann man dies hier ausführen:

sudo chown benutzer:benutzer /pfad/zu/den/videos/*.dv

Nach diesem Befehl gehören die Dateien dem Benutzer benutzer, und man kann diese wie gewohnt bearbeiten.

Fazit

Video mit Kino von der Firewire tauglichen Kamera zu laden ist relativ einfach. Stolpersteine gibt es eigentlich nur beim Sicherheitsaspekt, was aber wenn man es nicht täglich brauch verschmerzlich ist.

Ich gehe in diesem Artikel nicht weiter auf Kino ein, da es hierfür schon mehr als genug Dokumentation (auch deutsche) im Netz gibt.

Getestet habe ich alles was in diesem Artikel steht unter Ubuntu Hardy Heron (64-Bit, 8.04 LTS), es sollte aber auch auf andere Distributionen übertragbar sein.

PXE, Netwerk, Kernel Panic und ein Gigabyte G31M-ES2L

geschrieben von encbladexp am 19.07.2009 14:49:00.

Das Mainboard von meinem neuen Homeserver ist ja ein GA-G31M-ES2l. Doch dieses hat mir gleich bei der Installation 1-2 Probleme gemacht. Nichts großes, aber man spart sich viel Ärger wenn man sie kennt!

Kernel Panic

Das erste was ich bei einem neuen Board mache ist das BIOS zu optimieren, den viele Voreinstellungen sind manchmal doch arg fragwürdig. Da ich ja aus dem Board einen Homeserver mache habe ich im BIOS auch den Videospeicher auf 1MB (statt 8MB) eingestellt. Der Hintergedanke war das die Grafikkarte ja eh nicht gebraucht wird. So zumindest meine Theorie!

Sobald man dann aber eine Installation via PXE (oder Alternate) startet bekommt man beim laden vom Videotreiber (i915) eine Kernel Panic. Es genügt hierfür einfach den Videospeicher auf 8MB zu schrauben, und schon ist das Problem gelöst!

Netzwerk

Auch der Netzwerktreiber von meinem PXE Image scheint etwas wackelig zu sein, d.h. das Netzwerk funktioniert nicht oder nur sporadisch im Installer. Was natürlich gerade bei einer PXE Installation etwas ungünstig ist (um es mal milde zu beschreiben). Aber auch hier kommt man weiter: Wenn man dem Kernel den Bootparameter

pci=nomsi
mit auf dem Weg gibt wäre auch das Problem gelöst.

Nach der Installation hat man das Problem nicht mehr, da in den Repositories ein Kernel Paket mit Bugfix verfügbar ist!