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Was die Welt nicht alles braucht!

Telekom DSL Splitter für IP-Anschlüsse

2014-04-29 17:38 | Kategorien: hardware

Seit einiger Zeit gibt es bei der Deutschen Telekom die Möglichkeit Internetzugang und Telefondienste über einen IP-Anschluss zu beziehen. Bei einem solchen Anschlusstyp wird erst durch den verbauten DSL Router ein Telefonanschluss erzeugt. Diese Anschlussvariante hat verschiedene Vor- und Nachteile, vor allem aber bedeutet so ein Anschluss für den Provider ein deutliches Kostenersparnis da man auf viele analog und digital (ISDN) Baugruppen in der Vermittlungsstelle verzichten kann. Für den Kunden hat so ein Anschluss immerhin den Vorteil etwas günstiger zu sein.

Technisch gesehen wird bei einem derartigen Zugang auf der Leitung nur noch ein DSL Signal über die Kupferdoppelader geführt. An der Leitung selbst liegt also weder analog noch ISDN Signal an, die Konsequenz daraus ist dass an diesem Anschluss auch kein Telefon oder NTBA mehr funktionieren wird. In den Anfangszeiten der DSL Technik wurde zum Auftrennen der Telefon und Datensignale ein DSL-Splitter verbaut. Es handelt sich dabei um nichts anderes als eine Frequenzweiche, welche auf der einen Seite alles durchlässt, was niedrig genug für Telefonie ist, und auf der anderen Seite alles, was hoch genug ist um ein DSL Signal zu sein. DSL-Splitter waren in der Telekommunikation die klassischen Opfergeräte, denn Überspannung aus dem Telefonnetz bescherte diesen Geräten oft ein vorzeitiges Lebensende.

Ein IP-Anschluss führt aber kein Telefonsignal mehr auf der Leitung, und selbst wenn noch eines vorhanden ist, erfüllt dies keinerlei Zweck mehr. Wer die Telefonie nicht benötigt, konnte auch schon bei normalen Anschlüssen auf dieses oftmals überflüssige Bauteil verzichten. Weniger Klemmstellen in der Leitung bedeutet auch weniger Dämpfung, und damit die Chance auf einen Hauch mehr Bandbreite falls man einen Anschluss hat mit RAM Technik besitzt.

Leider ist der Sinn eines DSL-Splitters den meisten Menschen der Telekom Hotline unbekannt. Realistisch betrachtet bekommen nach meiner Einschätzung 75% aller Kunden, welche die Hotline bemühen, als Problemlösung immer zuerst einen neuen Splitter. Die Konsequenz aus dieser Entscheidung ist das viele Kunden einen Splitter einbauen, der nicht erforderlich ist, noch dazu auch das Problem nicht löst. In der Summe wird der Kunde also 2-3 Tage später noch mal anrufen weil der Internetzugang und damit das Telefon immer noch nicht funktioniert. Guter Kundenservice geht also definitiv anders, zumal der Callcenter Agent in den Kundendaten ja den Anschlusstyp einsehen könnte.

Das Resultat dieser Aktion ist ein großer Haufen nutzloser Elektroschrott und Kunden, welche an ihrer bisher funktionierenden Verkabelungen teils abenteuerliche Umbauten durchführen, da das technische Verständnis oft nicht vorhanden ist.

Ich selbst habe schon überlegt diese ganzen übrigen DSL-Splitter zu sammeln, so wie man es damals auch mit AOL CDs gemacht hat. Ein 40-Tonner der den ganzen Müll dann vor dem Privatwohnsitz eines Telekom Geschäftsführers ablädt sollte einfach zu organisieren sein ;)