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Devolo dLAN 200 AVplus im Test

2012-11-28 14:09 | categories: arch debian hardware linux ubuntu windows

Aktuell ist bei Amazon ja wieder der sog. Cyber Monday bei welchem man bestimmte Artikel für eine bestimmte Zeit sehr günstig erwerben kann wenn man schnell genug ist.

Ich selbst habe mir hierbei mal einen Satz dieser Devolo dLAN 200 AVplus gegönnt, das sind diese Adapter welche man in die Steckdose steckt und dann noch ein Netzwerkkabel dazu packt und schon hat man Netzwerk in rasender Geschwindigkeit im ganzen Haus. So das versprechen in der Werbung, bis zu 200 MBit/s werden geboten und möchten von mir genutzt werden, mal sehen ;-)

Verpackung & Inhalt

Über den Inhalt der Verpackung gibt es nicht viel zu sagen, vom üblichen Papier- und Verpackungsmüll abgesehen findet man folgendes:

  • 3x UTP Patchkabel
  • 3x Devolo dLAN Adapter
  • 1x Produkt CD
Auf der Produkt CD findet sich die Software zur Konfiguration der Verschlüsselung, diese kann man sich auch für Linux bei Devolo auch aus dem Netz ziehen. Für viele Distributionen gibt es auch Fremdquellen welche diese Software bereitstellen, ich selbst habe das ganze aber bei meinem Kurztest außen vor gelassen.

Dieser Test bezieht sich auf den Network Kit, also die Version welche 3 Adapter im Paket hat.

Installation

Grundlegen geht die Installation ganz einfach: In eine Steckdose stecken.

Dabei sollte man aber einiges beachten wenn man wirklich gute Performance haben möchte:

  • Wandsteckdose verwenden, Mehrfachsteckdosen und alles was nicht direkt in der Wand ist schadet der Performance.
  • Zähler hemmen das Signal, alle Stromkreise an welchen man dLAN verwenden möchte müssen also auf dem selben Zähler hängen.
  • Phasengleichheit, hängen alle Stromkreise auf der selben Phase kommt das Signal natürlich wesentlich besser durch die Leitung ans Ziel.
  • Leitungslänge, es hilft verschiedene Steckdosen zu probieren, jeder Meter Kabel den man spart bringt mehr Bandbreite!
Einige Punkte davon kann man selbst erledigen, andere sollte natürlich eine Elektrofachkraft erledigen ;-)

Bandbreite

Jetzt kommen wir zu dem wichtigen Thema, der Bandbreite der ganzen Geschichte. Wie oben erwähnt sollen aus den Adaptern ca. 200 MBit rauskommen, wer glaubt dieses Ziel sei realistisch zu schaffen hat entweder noch nie irgendwas über Physik gehört oder bevorzugt den Glauben an den Weihnachtsmann.

Getestet habe ich das ganze mit meinem alten Freund iperf auf welchen ich jetzt nicht näher eingehen möchte. Hier noch meine Ausgangsposition, was bei dLAN nicht unbedingt zu übertragbaren Ergebnissen führt:

  • 3 Teststrecken, mit 80, 70 und 50 Metern Kabel vom Typ NYM-J 3x1.5mm²
  • 1 Teststrecke auf einem anderen FI Schutzschalter (auch RCD genannt)
  • Luftlinie zwischen den Teststrecken sind 15 und 8 Meter
  • Keine der Teststrecken hängt auf der selben Phase
D.h. wir gehen von einem typischem Altbau aus, sonst wäre das ganze ja kein Problem.

Ich habe jeweils 3 Messungen pro Strecke durchgeführt, folgende Werte habe ich erhalten bzw. erreicht:

  • 1. Teststrecke (80 Meter, 15 Meter, gleicher RCD): 11.8 MBit/s
  • 2. Teststrecke (70 Meter, 15 Meter, gleicher RCD): 12.8 MBit/s
  • 3. Teststrecke (50 Meter, 8 Meter, verschiedene RCD): 42.0 MBit/s
Die Werte sind also nicht sonderlich berauschend, reichen aber locker aus um im Internet zu surfen oder auch Videodienste nutzen zu können. Ein WLAN funktioniert im Testgebäude übrigens auf den ersten 2 Teststrecken mit 802.11n so gut wie garnicht, und auf der 3. Teststrecke bekommt man dabei ca. 25 MBit/s durch die Luft.

Fazit

Es hat seinen Grund warum dLAN eine Technik ist welche einfach mal probiert werden muss, in bestimmten Bereichen einem WLAN überlegen ist man trotzdem weit von der Angabe auf der Verpackung entfernt. Auch neuere dLAN Adapter mit "bis zu" 500 MBit/s lösen das Problem nicht wirklich. Das Medium zeigt hier deutlich wo die Grenze liegt.

Ich selbst verwende im Haus kein dLAN, es gibt aber tatsächlich Situationen wo man dies sehr gut verwenden kann, dafür wurden die Adapter bestellt und da funktionieren diese auch prima.

Für 140€ ist dieses Produkt meiner Meinung nach zu Teuer, für die 90€ der Aktion am Cyber-Monday kann man sich das ganze aber überlegen, ein Luxus welchen sich nicht jeder Leisten kann. Funktioniert kein WLAN und das verlegen einer Netzwerkleitung ist keine Option (Mietwohnung, Aufwand, ...) muss man wohl oder übel zu dieser Lösung greifen.