Sony DCR-HC51E und Ubuntu
Durch einen Zufall konnte ich heute endlich mal FireWire ausprobieren. Dies liegt daran das ein Arbeitskollege von mir eine Sony DCR-HC51E auf seiner Hochzeit dabei hatte. Leider wusste niemand so genau wie man da Videos runter bekommt :-(
Glücklicherweise verfügt die Kamera über einen Firewire Anschluss so das man mit Kino auch unter Linux ohne große Probleme die Videos von der Kamera bekommt.
Vorbereitung
Firewire
Vorbereiten muss man nicht viel, es genügt wenn die Kernelmodule raw1394 und dv1394 geladen sind:
sudo modprobe raw1394 sudo modprobe dv1394
Software
Als Software ist Kino sehr gut, bei der Fehlersuche ("Steckt die Kamera richtig?") ist gscanbus von Vorteil da man die Bustopologie damit sehen kann:
sudo aptitude install kino gscanbus
Action!
Das einzige was man jetzt noch beachten muss ist, das Kino ja Lese und Schreibrechte auf /dev/raw1394 benötigt. Immer wieder gibt es Anleitungen wie "Nimm einfach den Benutzer in die Gruppe disk mit auf."... Bitte, macht sowas nicht! Den nicht nur /dev/raw1394 hat als Gruppe disk, sondern vor allem auch Datenträger (Festplatten), wodurch es ermöglich wird das man ohne weitere Hürden direkt die Festplatte manipulieren kann, da man ja Schreibrechte direkt auf den Datenträger hat (vorbei am Dateisystem).
Es ist, zumindest wenn man Kino nicht oft braucht viel sinnvoller Kino Temporär als root (mit sudo) laufen zu lassen. Zwar hat Kino dadurch mehr Rechte, und könnte diese durch eine Sicherheitslücke in Kino missbrauchen, aber man öffnet nicht einem User (und somit vielen anderen Sicherheitslücken) die ganzen Datenträger.
Die Sicherheitstechnisch sinnvollste Lösung wäre eine Anpassung der udev Regeln, dies aber auch nur auf den ersten Blick. Den über das IEEE1394 Subsystem ist eh Zugriff auf das restliche System möglich.
Meiner Meinung nach sollte man daher Kino wirklich "einfach" als root (mit sudo) laufen lassen, was sicherlich einigen Administratoren nicht gefallen wird:
sudo kino
Die Videodateien, auch die Exportierten Videos, gehören so aber leider dem Benutzer root. Um das zu ändern kann man dies hier ausführen:
sudo chown benutzer:benutzer /pfad/zu/den/videos/*.dv
Nach diesem Befehl gehören die Dateien dem Benutzer benutzer, und man kann diese wie gewohnt bearbeiten.
Fazit
Video mit Kino von der Firewire tauglichen Kamera zu laden ist relativ einfach. Stolpersteine gibt es eigentlich nur beim Sicherheitsaspekt, was aber wenn man es nicht täglich brauch verschmerzlich ist.
Ich gehe in diesem Artikel nicht weiter auf Kino ein, da es hierfür schon mehr als genug Dokumentation (auch deutsche) im Netz gibt.
Getestet habe ich alles was in diesem Artikel steht unter Ubuntu Hardy Heron (64-Bit, 8.04 LTS), es sollte aber auch auf andere Distributionen übertragbar sein.
Wie ich vor kurzem im ubuntuusers channel deutlich zurecht gewiesen wurde, sollte man statt sudo zumindest gksu/kdesudo verwenden.^^
Kommentar von Flyingmana — 25.08.2009 22:40:35 | # - re
Es steht jedem frei gksu & co einem "normalen" sudo vorzuziehen. Ich selbst habe immer ein Terminal offen, daher mache ich es mit sudo.
Aber ich denke du meinst wohl wegen www.psychocats.net/ubuntu/graphicalsudo oder?
mfg Betz Stefan
Kommentar von encbladexp — 26.08.2009 17:39:28 | # - re
Warum änderst du nicht einfach die Rechte von /dev/raw1394?
Kommentar von adun — 26.08.2009 14:19:21 | # - re
Weil dann der komplette User (so lange das System läuft) Zugriff auf das Device hätte. Da man über das raw1394 Device weitreichenden Zugriff auf das System bekommt bin ich der Meinung das es nicht so clever ist das zu tun.
Aber hierüber denkt wirklich jeder anders, ich hab IRC Logs wo Leute 2 Stunden darüber gelabbert haben und keiner so richtig ne 100%-ig Lösung hatte.
mfg Betz Stefan
Kommentar von encbladexp — 26.08.2009 17:41:43 | # - re