90% Windows auf Netbooks?
Hier steht es Schwarz auf Weiss: Windows hat 90% Marktanteil auf Netbooks. Angefangen haben die mal mit 10%...
Auf den ersten blick liest sich das als ob Linux auf Netbooks versagt hätte, tja ganz so einfach ist es dann aber doch nicht!
Zum einen ist es aktuell Schwer noch ein Linux Netbook zu bekommen, der größte Teil wird ja nur noch mit XP Home (wo bleibt das Innovative Vista???) und Kastriertem Arbeitsspeicher ausgeliefert. Auf der anderen Seite haben natürlich auch die Hersteller bewiesen das man ein gutes Konzept durch eine dämliche Vorkonfiguration versauen kann.
Das geht schon bei der Wahl der Distribution an, den niemand will Linpus, Xandros usw...: Die Leute wollen ein richtiges System haben wo man nachträglich auch anpassen kann! D.h. es kommt aktuell nur noch Fedora oder Ubuntu in Frage (Geeks nehmen eh Debian, aber das läuft eh überall und zählt daher nicht).
Stattdessen bekommt man aber ein Kastriertes Linux, mit beschränkten Support, noch beschränkterem Update-Managment und an jeder nur denkbaren Stelle fehlt was!
Auf der anderen Seite werden Linux Netbooks oft zwar für weniger Geld verkauft, dann aber auch gleich mit einer (wenn auch nur Minimal) schlechteren Hardwareausstattung. Was haben sich die Hersteller den dabei gedacht?
Fassen wir also mal zusammen (angenommen Microsoft hätte wirklich mal Zahlen die auch der Wahrheit entsprechen, was ich sehr stark bezweifle): Linux auf Netbooks wäre kein Problem, wenn bis auf wenige (z.B. Dell) die Hersteller endlich mal was richtig machen würden. Gleichzeitig hinkt wohl der Vergleich mit einem mittlerweile 8 Jahre alten Betriebssystem welches nur (weil das neue ja nix taugt) für diese Gerätesparte herhalten muss.
Ja, schon eine etwas traurige Entwicklung. Ich frage mich auch ernsthaft, warum die Hersteller größtenteils auf eher exotische und etwas geflickschustert wirkende kommerzielle Distributionen gesetzt haben. Ubuntu/Canonical hat mit dem Netbook Remix etwas sehr intelligentes gebastelt, und selbst wenn man eine Duftnote setzen will, kann man es ja machen wie Dell und auf eine Ubuntu-Basis eine Eigenentwicklung aufsetzen.
Auf der anderen Seite kann ich mir schon auch gut vorstellen, dass sich der Markt einfach in diese Richtung bewegt. Netbooks werden als praktische, kleine und billige Notebooks verstanden. Und die aller erste Reaktion ist eben oft: »Oh, cool, kann ich im Zug noch schnell meine PowerPoint-Präsentation fertig machen!« Gerade bei einem kleinen Arbeitsgerät erwarten eben viele, dass MS Office ohne zicken läuft.
Netbooks sind eben nicht MIDs mit Tastatur, man braucht keinen Computer, mit dem man NUR im Internet surft. Man will was vollständiges, und dazu gehört für viele noch MS Office, und das erfordert in der Regel Windows. Vielleicht hätte man die Linux-Netbooks gleich mit Crossover ausliefern sollen …
Kommentar von Fredo — 07.04.2009 21:12:06 | #
Ich kann dem nur zustimmen. Wo sind die Zeiten, wo mein Netbook mit SSD und vorinstalliertem Linux bekommt, mit dem man auch noch arbeiten kann? Warum gibt Samsung sein NC10/20 nicht einfach mit einem Ubuntu-Deriviat heraus? Nein... stattdessen bekommen wir überteuerte Books mit einem veralteten OS zu Preisen, die nicht mehr in die Netbookregion passen. Schade eigentlich.
Kommentar von Otti — 07.04.2009 21:38:16 | #
Ich schließe mich dir total an!
Habe ein Acer netbook gekauft. da war Linpus Linux oben - noch nie ein behinderteres Linux gesehen! Ich als Ubuntu-Kenner hab mir sofort ein vollwertiges Ubuntu draufgegeben (Easy Peasy hab ich zwar probiert, das war aber genauso bescheuert wie Linpus Linux)
Ein unwissender Käufer vergleicht natürlich WinXP als vollwertiges System mit einem so dummen Produkt wie Linpus - naja - der schaut sich nie wieder etwas an, wo "Linux" draufsteht. Seiner Meinung nach "kennt" er ja "Linux".
Denn dass es da totale Unterschiede gibt weiß Hugo-Normalkäufer ja nicht!
Wer bei den Netbook-Produzenten die Wahl der Distribution über hat ist mir tatsächlich ein Rätsel.
Kommentar von Robert Schrenk — 07.04.2009 21:40:08 | #
Du hast noch vergessen, dass Hardware-Hersteller bei Windows noch viel Crapware (Demoversionen) beipacken können und damit Geld verdienen.
Ich hätte mir schon längst ein Dell-Netbook zugelegt, wenn es die auch ohne Schminkspiegel-Display geben würde.
Gruß
Arthur
Kommentar von Arthur — 07.04.2009 21:57:16 | #
Wie wahr, wie wahr! Die meisten Netbook-Linuxe machen auf Laien den Eindruck, als ob man da nichts am Funktionsumfang verändern kann. Dagegen ist XP Home dann eben ein "vollwertiges" OS, wie es jeder kennt.
Kommentar von TheK — 07.04.2009 23:46:28 | #
Groß Problem unter anderem sind auch laufenden Verträge mit M.S. aus denn die Hersteller nicht einfach mal aussteigen können. M.S. hat die Entwicklung schon seit geraumer Zeit gesehen und daher auch Verträge über eine ziemlich langen Zeitrahmen gesetzt.
@Arthur hab mir eine Dell geholt, wie wäre es denn mit einer matten Display Folie. So zur Endspiegelung :-)
Gruß
E.B.
Kommentar von E.B. — 08.04.2009 01:15:54 | #
Mich könne die abziehen: Windows -1 Ich habe meinen eeepc 901 nur deshalb mit Windows gekauft weil es keine linux version gab. Jetzt ist ein standard ubuntu drauf. Zu debian möchte ich anmerken das sogar WLAN ohne gefrikel damit läuft, aber wenn ich die nautilus Version sehe denke ich an Windows98. Also debian in allen ehren, ubuntu macht das rennen.
Kommentar von DerHesse — 08.04.2009 15:06:58 | #