[ENC]BladeXP's Blog

Was die Welt nicht alles braucht!

Downsizing, Upsizing oder doch was richtiges?

geschrieben von encbladexp am 21.12.2009 20:52:00.

Seit ich meinen SheevaPlug habe, hat mich wieder der alte Spieltrieb gepackt: Welche Linux-Distribution bekommt man auf welcher Hardware ans laufen.

Downsizing

So nennt sich das wenn man versucht eine große Distribution (Ubuntu, Fedora, Debian, $INSERTYOURLINUXHERE, ...) auf ein eigentlich viel zu kleines und leistungsschwaches Gerät zu installieren. Meine Meinung nach ist sowas nicht unbedingt praktisch, und auch nicht gerade das was man sich täglich antun möchte.

Wer schon mal auf einem Pentium III mit 500 MHz und 128MB RAM mit Ubuntu "gesurft" hat, der weis was ich meine!

Upsizing

Auf der anderen Seite gibt es natürlich noch so viele Mini Linux Distributionen (Toms Root Boot Disk, HAL91, ...) welche doch Ideal für so ein kleines Gerät sein müssten. Doch auch hier ist man falsch, die meisten Mini Linux Distributionen gibt es nur für die i386 Architektur, eine Version für ARM oder noch exotischere Prozessoren wird man kaum finden (oder zumindest keinen Support dafür bekommen).

Der Aufwand eines dieser Minimalsysteme an seine (in der Regel) höheren Anforderungen anzupassen ist nicht gerade gering da oft z.B. der Kernel und viele Basistools ausgetauscht (oder erstmal hinzugefügt) werden müssen.

Viele Stunden rumbasteln nur damit man dem Nachbarn zeigen kann was für ein Toller Hecht man doch ist, naja... ich habe da andere Hobbies ;-)

Doch was richtiges?

Und jetzt kommen wir zu dem (IMHO) richtigen Weg: Man nimmt etwas, das genau für solche Geräte ausgelegt ist. Das allgegenwärtige ist natürlich Linux From Scratch, welches wenn man genug Erfahrung hat wirklich überall laufen sollte. Aber sind wir doch ehrlich: Wir nutzen Computer weil wir verdammt faul sind, nur die wenigsten von uns werfen einen Compiler an ohne zu wissen das es (mit großer Wahrscheinlichkeit) funktionieren wird.

Ich habe mich daher nach einiger Zeit für OpenWRT als Distribution für meinen SheevaPlug entschieden. OpenWRT erfüllt alle meine Anforderungen:

  • Klein, mein aktuelles System (inkl. OpenVPN,iptables,sshd,rsync) ist weniger als 20 Megabyte groß
  • Schnell, der Plug benötigt damit ~20 Sekunden zum booten
  • Funktional, einfach das .tgz + uImage auf eine SD Card entpacken und Spaß haben
  • Erweiterbar, für alles wichtige gibt es Pakete (zum selber bauen)
  • Einfach, make menuconfig und auswählen was man will bekommt (fast) jeder hin

Fazit

Es bringt nichts (außer das die Zeit vorbei geht) wenn man krampfhaft versucht sein Linux das man immer und überall hat auf jedes noch so kleine (oder große) Gerät anzupassen. Natürlich war OpenWRT nur ein Beispiel, ggf. hat sogar schon T2 ein Target für Kirkwood (die Plattform vom SheevaPlug heist so).

Kommentare

  • Ich finde persönlich Anstrom Linux ganz gut. www.angstrom-distribution.org/Seit neuestem gibt es auch einen Online Builder, wo man siech einfach durchklicken und die gewünschten Pakete zusammenstellen kann.

    Ich nehme natürlich die Variante mit Openembedded openembedded.net und baue mir alle Pakete selbst. Dauert zwar ein paar Stunden zu kompilieren und ~50gb Festplatenplatz, dafür hat man ein System ganz nach seinen eigenen Wünschen und ist auch wenig Arbeit.

    Kommentar von Markus — 21.12.2009 22:18:26 | # - re

    • Mich würde mal interessieren, wie es im Nachhinein mit Updates aussieht. Die Pakete müssen ja auf einer anderen Maschine gebaut werden, weil die ARM-CPU dafür viel zu schwach wäre.

      Kann man bei OpenEmbedded sagen, dass sich der SheevaPlug auf einem fremden Computer im Netzwerk über SSH einloggt, die neuen Paketdateien herunterlädt, automatisch für die eigen Architektur cross-kompiliert, ein Paket schnürt und dieses dann lokal installiert?

      Kommentar von tim — 25.12.2009 05:33:33 | # - re

      • Zu OpenEmbedded kann ich dir leider nichts sagen. Aber man kann sehr wohl auf dem ARM CPU Pakete bauen.

        Natürlich ist ein Cross-Compiler idr schneller aber das soll nicht heisen das der ARM das nicht packt!

        mfg Betz Stefan

        Kommentar von encbladexp — 26.12.2009 10:45:51 | # - re

  • Wer schon mal auf einem Pentium III mit 500 MHz und 128MB RAM mit Ubuntu "gesurft" hat, der weis was ich meine!

    Da ist es egal welche Distribution man verwendet. Websiten mit etwas mehr Flash-Elementen sind „selbst” auf einem typischen Netbook (Intel Atom, 1GB RAM) kein Vergnügen. Am ehesten klappt das noch mit Windows XP weil das Adobe Flash-Plugin unter Windows anscheinend performanter ist.

    Hattest du nicht das Ubuntu auf dem Ding durch ein Debian ersetzt? Was hat dich am Debian gestört?

    Kommentar von Mike1 — 21.12.2009 22:19:20 | # - re

    • Ja, das Ubuntu ist nicht mehr drauf. Das Debian war nicht schlecht, die Anpassung an das Gerät ist gut. Nur braucht Debian wesentlich mehr Platz als das OpenWRT System welches die gleichen Funktionen für meine Anwendungen bereit stellt.

      Zu Debian und OpenWRT will ich aber noch extra Artikel machen, ggf. mag der ein oder andere das ja verwenden.

      mfg Betz Stefan

      Kommentar von encbladexp — 22.12.2009 07:21:06 | # - re

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