Downsizing, Upsizing oder doch was richtiges?
Seit ich meinen SheevaPlug habe, hat mich wieder der alte Spieltrieb gepackt: Welche Linux-Distribution bekommt man auf welcher Hardware ans laufen.
Downsizing
So nennt sich das wenn man versucht eine große Distribution (Ubuntu, Fedora, Debian, $INSERTYOURLINUXHERE, ...) auf ein eigentlich viel zu kleines und leistungsschwaches Gerät zu installieren. Meine Meinung nach ist sowas nicht unbedingt praktisch, und auch nicht gerade das was man sich täglich antun möchte.
Wer schon mal auf einem Pentium III mit 500 MHz und 128MB RAM mit Ubuntu "gesurft" hat, der weis was ich meine!
Upsizing
Auf der anderen Seite gibt es natürlich noch so viele Mini Linux Distributionen (Toms Root Boot Disk, HAL91, ...) welche doch Ideal für so ein kleines Gerät sein müssten. Doch auch hier ist man falsch, die meisten Mini Linux Distributionen gibt es nur für die i386 Architektur, eine Version für ARM oder noch exotischere Prozessoren wird man kaum finden (oder zumindest keinen Support dafür bekommen).
Der Aufwand eines dieser Minimalsysteme an seine (in der Regel) höheren Anforderungen anzupassen ist nicht gerade gering da oft z.B. der Kernel und viele Basistools ausgetauscht (oder erstmal hinzugefügt) werden müssen.
Viele Stunden rumbasteln nur damit man dem Nachbarn zeigen kann was für ein Toller Hecht man doch ist, naja... ich habe da andere Hobbies ;-)
Doch was richtiges?
Und jetzt kommen wir zu dem (IMHO) richtigen Weg: Man nimmt etwas, das genau für solche Geräte ausgelegt ist. Das allgegenwärtige ist natürlich Linux From Scratch, welches wenn man genug Erfahrung hat wirklich überall laufen sollte. Aber sind wir doch ehrlich: Wir nutzen Computer weil wir verdammt faul sind, nur die wenigsten von uns werfen einen Compiler an ohne zu wissen das es (mit großer Wahrscheinlichkeit) funktionieren wird.
Ich habe mich daher nach einiger Zeit für OpenWRT als Distribution für meinen SheevaPlug entschieden. OpenWRT erfüllt alle meine Anforderungen:
- Klein, mein aktuelles System (inkl. OpenVPN,iptables,sshd,rsync) ist weniger als 20 Megabyte groß
- Schnell, der Plug benötigt damit ~20 Sekunden zum booten
- Funktional, einfach das .tgz + uImage auf eine SD Card entpacken und Spaß haben
- Erweiterbar, für alles wichtige gibt es Pakete (zum selber bauen)
- Einfach, make menuconfig und auswählen was man will bekommt (fast) jeder hin
Fazit
Es bringt nichts (außer das die Zeit vorbei geht) wenn man krampfhaft versucht sein Linux das man immer und überall hat auf jedes noch so kleine (oder große) Gerät anzupassen. Natürlich war OpenWRT nur ein Beispiel, ggf. hat sogar schon T2 ein Target für Kirkwood (die Plattform vom SheevaPlug heist so).





Die CPU hat also die Leistungsfähigkeit von ca. 2 Flepos, welcher aber auch nur einen 500 MHz AMD Geode hat. Klar sind die Werte kein Vergleich zu einem Intel Core 2 Duo, weshalb ich hier auf einen Vergleich verzichte.